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SpitzenArbeit

Eine Windhose beschädigte im Jahr 1966 den Kirchturm im eichsfeldischen Küllstedt so schwer, dass sein hölzerner Teil in der angrenzenden Gasse landete. Eine aufwendige Sanierung soll diesen wieder in einen stabilen Zustand versetzen und damit zwei Meter höher machen. Dazu war es nötig, den Helm des Kirchturmes per Kran zu heben und auf den Boden zu befördern.
Sozusagen aus familiären Gründen waren wir bei dieser Aktion dabei, zusammen mit fast 600 anderen Menschen aus Küllstedt und den umliegenden Dörfern. Bevor die Zimmerleute an ihre spannende Mission gingen, gab es einen Gottesdienst und den Segen des Pfarrers für die Bauleute. Nach erfolgreichem Abschluss wurde ein Kirchturmfest gefeiert, dessen Erlös zugunsten der Turmsanierung gespendet werden konnte.
Meine Bilder sollen einen Eindruck von der Aktion vermitteln und zeigen, wie die Bevölkerung Anteil daran nahm, ich fand es sehr beeindruckend.

 

 

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Glut des Sommers

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Aus einer Knospe, dicht behaart,
kommt sie zerknautscht ans Licht,
sie wird zur Schönsten ihrer Art,
noch glaubt man ihr es nicht.

Sie öffnet sich, sie streicht ihr Kleid,
gleicht seidigstem Papier,
entfaltet sich voll Heiterkeit,
jetzt glauben wir es ihr.

Die Sonne hat ihr Rot entdeckt,
sie gibt ihr lichten Glanz,
die Glut des Mohnes ward geweckt
zum sommerlichen Tanz.

© Klaus Ender

(* 1939), deutsch-österreichischer Fachbuchautor, Poet, bildender Künstler der Fotografie

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Besuch im Märchenschloss

Mit vielen Kindheitserinnerungen verbinde ich das Schloss Reinhardsbrunn in der Nähe von Friedrichroda.  Ausflüge mit meiner Familie führten dorthin, zum Spazieren gehen im Park und auch zum Träumen und Staunen, denn hier wurde 1957 der Film „Rapunzel“ gedreht.
Für mich war es allerdings immer das Schloss von Dornröschen, auch wegen dem bewachsenen Turm.
Leider wurde das gesamte Areal nach der Wende, bedingt durch Eigentümerwechsel und Umbauversuche, arg in Mitleidenschaft gezogen.
Eine Nutzung findet nicht mehr statt, durch Vandalismus und Wetter wurde viel zerstört. Ein Förderverein macht sich nun stark, diesen mit Geschichte verbundenen Ort zu bewahren und einer Nutzung zuzuführen, wie die Presse berichtete.
Im Rahmen einer Führung, die durch unseren BSW-Fotoklub organisiert wurde, konnte ich meinem Kindheitstraumschloss noch einmal nahe kommen. Romantische Verklärung, die durch die üppige Bewachsung mit Alant entsteht, der wunderbar gelb blüht, täuscht doch nicht darüber hinweg, dass so viel historische Bausubstanz und botanische Kostbarkeiten dem Verfall preisgegeben werden.
Meine Fotos zeigen meine persönlichen Eindrücke und sollen als Dokumentation dienen. Ich wünsche mir sehr, dass es gelingt, an dieser Stelle wieder einen Ort der Kultur zu schaffen.